Jodsalz nach 40 Jahren: Goiter seltener, aber Autoimmunität

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Dieser Artikel wurde automatisiert unter Einsatz von KI auf Basis wissenschaftlicher PubMed-Studien erstellt und noch nicht redaktionell freigegeben.

Jodsalz nach 40 Jahren: Goiter seltener, aber Autoimmunität bleibt relevant

Vor vier Jahrzehnten hat Indien mit der Universalen Jodsalz-Programmierung (USI) begonnen, um Jodmangel und die damit verbundenen Schilddrüsenerkrankungen zu bekämpfen. Eine neue, groß angelegte Querschnittsstudie aus Indien zeigt nun: Die Strategie hat langfristig funktioniert, die Zahl der sichtbaren Schilddrüsenvergrößerungen (Goiter) ist deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt die Rate an Schilddrüsen-Autoantikörpern auf einem hohen Niveau, was auf anhaltende immunologische Prozesse hinweist.

Die Studie: 8903 Kinder im Fokus

Die Forschungsteam um das Indian Council of Medical Research (ICMR) untersuchte 8903 Schulkinder im Alter zwischen 10 und 18 Jahren aus acht unterschiedlichen Zentren in Indien. Die Wissenschaftler prüften mit physischen Untersuchungen auf Goiter, analysierten Blutproben auf Schilddrüsenhormone und Autoantikörper (Anti-TPO) und bestimmten den Jodstatus über die Urin-Jod-Konzentration (UIC).

Die zentralen Ergebnisse:

  • Goiter-Rate gesunken: Die Prävalenz von Goiter lag bei 10,3 %. Der Großteil davon (98,6 %) waren mildste Grade (Grad I). Im Vergleich zu früheren Jahrzehnten nach der Einführung des Jodsalzes zeigt sich ein stetiger Rückgang.
  • Hohe Autoimmun-Rate: Bei 10,4 % der Kinder wurden Anti-TPO-Antikörper nachgewiesen. Das Risiko, solche Antikörper zu besitzen, war bei Mädchen signifikant höher (adjusted Odds Ratio 2,1) als bei Jungen.
  • Subklinische Schilddrüsenunterfunktion: Bei 13 % der Kinder lag eine subklinische Hypothyreose vor. Übergewicht und Adipositas erhöhten das Risiko hierfür, während das Alter (über 15 Jahre) und weibliches Geschlecht das Risiko senkten.
  • Guter Jodstatus: Die mittlere Urin-Jod-Konzentration lag bei 133,2 µg/L. Mehr als 90 % der Haushalte gaben an, Jodsalz zu verwenden, und 89 % der getesteten Salzproben enthielten mehr als 15 ppm Jod. Der Jodstatus wird als angemessen eingestuft.

Was bedeutet das für uns?

Die Studie bestätigt, dass die breit flächige Anreicherung von Speisesalz mit Jod einer der effektivsten öffentlichen Gesundheitsansätze zur Vorbeugung von Jodmangel ist. Vierzig Jahre nach Beginn in Indien ist die sichtbare Schilddrüsenvergrößerung deutlich seltener geworden, unabhängig vom sozioökonomischen Status.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass Jodmangel nur eine Seite der Medaille ist. Die hohe Rate an Autoantikörpern deutet darauf hin, dass genetische und immunologische Faktoren eine unabhängige Rolle bei Schilddrüsenerkrankungen spielen, die durch Jodzufuhr nicht vollständig adressiert werden. Für die allgemeine Bevölkerung in jodversorgten Regionen wie Deutschland oder Österreich ist die Botschaft daher: Jodsalz weiter verwenden, um den Grundbedarf sicherzustellen. Wer jedoch familiäre Vorbelastungen für Schilddrüsenerkrankungen hat, sollte sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen, da die Präsenz von Autoantikörpern nicht immer zu symtomatischen Beschwerden führt, aber ein erhöhtes Risiko für eine Unterfunktion im Laufe des Lebens darstellen kann.

Für den Alltag ändert sich an der Empfehlung wenig: Regelmäßig Jodsalz statt normales Speisesalz verwenden und auf eine ausgewogene Ernährung achten, die durch Milchprodukte, Fisch und Hülsenfrüchte zusätzliche Jod- und Selenquellen liefert. Selen spielt dabei eine unterstützende Rolle, da es in der Schilddrüse konzentriert ist und antioxidativ wirkt 1.

Einordnung der Evidenz

Die vorliegende Studie ist eine große Querschnittsstudie mit einer starken Stichprobe (n=8903). Sie ist ideal geeignet, um den Status quo der Jodernährung und die Verbreitung von Schilddrüsenerkrankungen in der Bevölkerung zu beschreiben. Allerdings kann eine Querschnittsstudie keine kausalen Zusammenhänge beweisen – sie zeigt nur, dass Goiter und Autoantikörper gleichzeitig anwesend sind, nicht aber, dass das eine das andere verursacht.

Die Resultate fügen sich in ein breiteres Bild ein: In anderen Regionen, wie China, wurde ebenfalls ein U-förmiger Zusammenhang zwischen Jodzufuhr und Schilddrüsengesundheit beobachtet, wobei sowohl Mangel als auch Übermaß mit Funktionsstörungen assoziiert sind 2. Auch in Spanien zeigen Studien bei schwangeren Frauen, dass Jodsalz ausreicht, um einen angemessenen Jodstatus zu halten, während zusätzliche Supplemente bei Frauen mit bestehender Autoimmunität kritisch begutachtet werden sollten 3.

Disclaimer

Keine medizinische Beratung: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen immer einen Arzt oder qualifizierten Gesundheitsdienstleister.

Footnotes

  1. PMID 33650299 ↩

  2. PMID 42797068 ↩

  3. PMID 37030899 ↩

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